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Das Phänomen der Schräge

Ein hektischer Friese stellt ein Gefäß auf ein schräg stehendes Brett, lässt los und sieht zu, wie es hinuntersaust. Sssst – bumms! Das Phänomen der Schräge, erklärt uns der blonde Wirrkopf, äußere sich genau in dieser Formel: sssst – bumms! Je kürzer das “sssst”, desto eher das “bumms”. Das lernten wir in den achtziger Jahren im westdeutschen Fernsehen.

Das verbindende Element zwischen den beiden Faktoren ist die Schräge. Ohne sie kein “sssst” und damit auch kein “bumms”. Die Schräge fügt die beiden zu einem Ganzen zusammen: sssst/bumms.

Dass etwas zusammengehört, sieht man auch in anderen Lebensbereichen anhand der Schräge. Nicht zuletzt an der Schieflage des gesamtdeutschen Haushalts und selbst die Unionsparteien CDU/CSU kennzeichnen ihren geschwisterlichen Zusammenhalt mit dem Schrägstrich.

“Wir sind jetzt zusammen” verkünden denn auch Tom und Michi und werden fortan auf Partyeinladungslisten und, wenn sie dann zusammenziehen, auch in Telefonbüchlein als eine Einheit aufgeführt: Tom/Michi. Wer könnte uns beim Umzug helfen? Tom/Michi. Wollen wir Tom/Michi auch einladen? Die baldige Hochzeit der beiden ist nur noch Formsache. Wer soll Tom/Michi jetzt noch trennen? Kein Leerschritt, nur der Schrägstrich passt noch zwischen die beiden. Die Feierlichkeiten finden statt am 15./16. August. “Schenkt uns Geld oder ein Auto/Wohnmobil.”

Jahre später dann ein Brief: “Sehr geehrter Tom, wir haben Ihre Frau/Ehegattin entführt/geklaut und fordern 2 Millionen Euro Lösegeld/Wiederbeschaffungsgebühr. Wehe, Sie schalten die Polizei/GSG 9 ein! Mit freundlichen Grüßen/Servus, Die Kidnapper.”

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