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Und dann fauchte der Drache

18. August
Wir sitzen im MiMi zusammen, im Mittwochsmeeting. Während der Lord jubelt, was für einen tollen Großauftrag er an Land gezogen hat, und Lala ihm augenaufschlagend Applaus klatscht, zähle ich die Salzkörner auf meiner Brezel. Der Lord fordert uns auf, für diesen neuen Großkunden auch mal mehr zu geben als sonst. Also an die normalen Überstunden auch mal eine extra Überstunde dranzuhängen.

Dann sammelt er Vorschläge für die Neugestaltung der Agentur-Website. Praktikant Klaus faselt etwas von einer animierten Saftpresse, die unsere Agentur darstellt und Blutorangen auspresst, auf denen die Namen der Mitarbeiter stehen. Totenstille. Umme hört auf, Kaugummi zu kauen. Alle Augen richten sich auf den Lord.

Dann werden wir Zeuge eines einzigartigen Naturschauspiels: Es beginnt mit einem Erdbeben, geht über in einen Vulkanausbruch und mündet im Auftauchen eines gewaltigen, vor Wut brüllenden Ungeheuers mit Brille und Krawatte. Es schreit uns einen kollektiven Hörsturz. Lalas Haare wehen im Wind. Der Lord zerfetzt Praktikant Klaus mit seinen verbalen Klauen, zerfleischt seine Kompetenz und zertrümmert sein Ansehen. Nach einer fünfminütigen Brüllarie lässt der Lord ab vom armen Klaus. Der kehrt völlig verstört an seinen Arbeitsplatz zurück. Und sagt den Rest des Tages kein Wort mehr.

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