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Lesung bei Kunst in Sendling

Die “Zeichen und Wunder” sind Programmpunkt bei Kunst in Sendling in München!
Am Freitag, den 12. Oktober um 20 und 21 Uhr.

Kunst in Sendling Rahmenprogramm
(6. Eintrag)

im Malatelier Himmelsgrün

Der Autor freut sich, wenn jemand kommt ;-)

Blubb

19. Juli
Ich habe mir einen Wassersprudler geleistet. Nun sucht Kalle ständig die Wohnung ab nach Flüssigkeiten, die er sprudeln könnte: Es blubbert im Klo-Spülkasten und es blubbert im Aquarium. Leider müssen jetzt die Goldfische andauernd rülpsen.

EM-Special: Fußballkommentare

20. Juni
Kein Plan von nix und schon gar nicht von Fußball? Aber trotzdem während des Spiels mitkommentieren wollen?

Hier noch einmal das Ameisenbärverleih-Fußball-Special:
11 Fußballsprüche, mit denen du dich in jedem Spiel als Experte positionierst

Die EM ist eine nationale Angelegenheit – die Stimmung des ganzen Volkes hängt vom Abschneiden unserer Nationalmannschaft ab. Und wenn schon Jogi sich nicht die Bohne dafür interessiert, wen die 80 Millionen Bundestrainer im Land auf den Platz schicken würden, dann sollte man sich wenigstens bei Live-Übertragungen auf Fanmeilen, in Kneipen und Biergärten sowie vor dem Fernseher mit Freunden durch fundierte Zwischenrufe Gehör verschaffen. Mit Kommentaren wie „Elfmeterschießen ist der Tiebreak des Fußballs“ oder „Also dieser Jogi ist ja schon schick“ disqualifiziert man sich nämlich sofort.

Folgende 11 Fußballsprüche machen dich für jedes Spiel fit:

1. Mann, rechts ist alles frei!
Wahlweise auch links. Zeigt deine Übersicht, deine Spielintelligenz.
2. Da muss viel mehr Druck über die Flügel kommen!
Laut rufen, wenn die Angriffsbemühungen im Nichts verpuffen. Klingt nach Bundestrainer.
3. Mann mann mann…
Bei schlechtem Pass, jedem Foul, Gegentor, leerem Bierglas oder Kopf im Bild. Passt immer.
4. Das möchte ich noch mal in Zeitlupe sehen!
Mit skeptischem, aber sachlichem Ton vortragen. Immer gut bei strittigen Entscheidungen, die Fouls, Abseits, Freistöße, Eckbälle etc. betreffen.
5. Ja, kann man geben.
Wenn der Schiri auf gelbe Karte, Freistoß oder Elfmeter entscheidet. Zeigt, dass du trotz emotionaler Hingabe das Spiel sachlich beurteilst. Du kennst dich einfach aus. Auf keinen Fall bei Entscheidung auf Einwurf verwenden.
6. Jetzt zieh ab, verdammt!!!
Stellt dich als Pragmatiker dar. Da wird nicht lange gefackelt.
7. Die wichtigen Tore sind nicht immer die schönsten.
Beim reingeduselten Siegtreffer.
8. Ich hol mal Bier.
Ganz wichtig, wenn das Bier schon wieder alle ist. Das beweist Teamgeist, du läufst die Extrameile, du beißt, du bist ein Feier-Biest.
9. Seine scheiß Ecken-Statistik kann er sich in den Arsch schieben!!!
Wenn der TV-Kommentator wieder eine sinnlose Statistik anbringt wie: „Nach Ecken würde es jetzt schon 3 : 1 stehen.“
10. So, jetzt Ball halten.
Wenn dein Land mit einem Tor führt, auch wenn das schon in der 12. Minute ist.
11. Deutschland ist und bleibt eine Turniermannschaft.
Direkt nach Abpfiff, wenn Deutschland mal wieder irgendwie gewonnen hat.

Verdächtige Spuren

12. Juni
Als der Lord in der Früh sein Büro mit einem Klienten betritt, hängen sieben Klo-Saugnäpfe an der Wand hinter seinem Schreibtisch. Der Klient erlebt nun live und ungekürzt einen monströsen Wutausbruch des Lords gefolgt von einer Feuerung unserer Reinigungskraft im Affekt eine halbe Minute später. Dem Erklärungsversuch der Putzfrau, in dem Ummes und mein Name genannt werden, schenkt der Lord keinerlei Gehör.

Ummes Intimfeindin muss gehen. Umme freut das, aber ich habe ein sauschlechtes Gewissen. Und jetzt ist auch noch das Klo verstopft.

Mission Prio - Teil 2

Da klingelt das Telefon des Lords, Ummes Smartphone-Nummer erscheint auf dem Display.
“Ja bist du wahnsinnig hier anzurufen?“ flüstere ich so laut ich kann in das Telefon des Lords.

„Die Verbindung war unterbrochen und damit die ganze Operation in Gefahr!“

Ich suche den Schreibtisch nach der Prio-Akte ab, als Umme panisch „Mayday, Mayday, wir haben einen Code Red!“ in den Hörer halb flüstert, halb brüllt.
„Drück dich verständlich aus, verdammt!“
„Die Putzfrau kommt!“

Ach du scheiße. Ich öffne hastig die Mappe, auf der „Prio“ steht, und mache mit meiner Unterwasserkamera schnell ein Foto der obersten Seite.
„Raus jetzt!“ drängt Umme.

Ich lege auf und turne an den sieben Klo-Verstopfungs-lös-Saugnäpfen zurück Richtung Tür, ohne Funkkontakt zur Operationsleiterin Umme. Ganz auf mich allein gestellt. So müssen sich die Astronauten der Apollo 13 gefühlt haben, als sie keinen Funkkontakt mehr zur Erde hatten.

Die Tür geht auf, die Putzfrau kommt herein und ich schwinge mich an ihr vorbei und durch die Tür hinaus, um planmäßig mit dem Hintern auf dem Gang zu landen. Sie tut, als hätte sie mich nicht gesehen. Puh, das war knapp.

Mission Prio - Teil 1

5. Juni
21.15 Uhr. In den Büroräumen der Agentur Lord & Friends gehen nach und nach die Lichter aus. Jede einzelne Zelle meines Agentenkörpers ist in Habachtstellung, als ich vor der Tür zum Büro des Lords stehe, ganz in phantomschwarz gekleidet.

In das Handy an meinem Ohr flüstere ich: „Ich gehe jetzt rein.“

Umme überwacht den Gang von Lalas Schreibtisch aus und haucht in ihr Smartphone: „Hier ist alles sauber. Over.“

Mit Handschuhen drücke ich sanft die Tür auf und luge hinein in das Mordor unter den Büroräumen. Aus meinem Rucksack ziehe ich den ersten von sieben dieser Klo-Verstopfungs-lös-Saugnäpfe und befestige ihn mit Unterdruck weit oben an der Wand. Ich ziehe mich an ihm hoch und befestige den nächsten Saugnapf eine Armlänge weiter.

So hangele ich mich Saugnapf für Saugnapf zum Schreibtisch des Lords, ohne verräterische Spuren auf dem Boden zu hinterlassen. Vogelsanft lande ich daraufhin auf dem Schreibtisch und flüstere ins Handy: „Der Adler ist gelandet.“

Doch Umme antwortet nicht, die Verbindung ist unterbrochen.

Fortsetzung folgt …

Geheimakte Prio

24. Mai
Ich gehe ins Büro des Lords, um ihm einen Entwurf zu zeigen. Und was sehe ich auf seinem riesigen, wahnsinnig teuren Schreibtisch!? Eine Mappe, eine geheime Mappe, auf der vorne groß „Prio“ steht! Ich flitze zu Umme und berichte ihr atemlos, dass es Prio tatsächlich gibt, dass der Lord eine Akte über ihn angelegt hat, er aber wahrscheinlich schwarz bezahlt wird, weil er ja auch nicht auf der Gehaltsliste steht. Keuch.
Umme und ich wittern einen Skandal, mit dem wir den Lord zu Fall bringen können, und beschließen kurzerhand, dass wir diese Akte mit einer genialen, minutiös geplanten Operation in die Finger bekommen müssen. Umme will M sein, ich 007.

Mit oder ohne Prio?

22. Mai
In der Agentur. E-Mail mit Arbeitsanweisungen vom Lord: „Wichtig – bitte mit Prio bearbeiten!“ Prio hat sich natürlich prompt wieder aus dem Staub gemacht, ist unauffindbar. Seltsam, er steht auch gar nicht mit im E-Mail-Verteiler, obwohl seine Mitarbeit für den Lord ja wesentlich zu sein scheint: Immer bei wichtigen Jobs will er, dass Prio mitarbeitet. Ich rufe bei den Personalern an. Fehlanzeige, kein Prio auf der Gehaltsliste. Als ich dem Lord meine fertige Arbeit vorlege, erkläre ich: „Sorry Lord, ich konnte den Job nicht mit Prio bearbeiten. Ich hoffe, du bist trotzdem zufrieden.“ Der Lord schaut verwundert auf die Uhr: „Jaja, alles bestens.“

Noch ein Lord?

24. April
Nach erfolgreicher Ameisenbeseitigung stelle ich unserem Kunden noch die Rechnung aus. Auf dem Weg nach draußen höre ich Kalle und Rosinante tuscheln. Ich verstehe Gesprächsfetzen wie „Sklaventreiber“ und „Wir machen die ganze Arbeit und der Lord kassiert!“. Als ich um die Ecke komme, verstummen der Ameisenbär und der Drahtesel sofort. Ist das denn zu fassen? Die beiden lästern über mich! Über mich, der ihnen Arbeit und Brot gibt. Und die absolute Höhe ist, dass sie mich heimlich „Lord“ nennen! Zu Hause werde ich sofort eine Telefonkonferenz einberufen.

Mobbing der subtilen Art

28. März
Während der Lord in einer Telefonkonferenz heißläuft, plaudere ich mit Kollegen in der Kaffeeküche. Nebenher schäle ich sicher und souverän eine Mandarine – da sitzt jeder Handgriff. Dann stopfe ich mir die erste Mandarinenhälfte in den Mund und die zweite drücke ich gleich auch noch rein. Mmpf.

Lala isst ebenfalls eine Mandarine. Elegant zieht sie mit ihren schlanken Fingern einen einzelnen Schnitz ab und entfernt die weißen Fussel. Sie spitzt den Mund und führt den Schnitz zwischen ihre Lippen, die sanft die zarte Haut der Frucht umschließen. Während ich 16 Mandarinenschnitze auf einmal mampfe, zelebriert Lala ihren Genuss Schnitz für Schnitz, nur um mir und allen Kollegen zu zeigen, was für ein Flachlandgorilla ich bin.

Entlarvendes Lächeln

19. März
Lala kommt immer zu mir, wenn sie eine Saft- oder Wasserflasche nicht aufbekommt. Sie scheint den Verschluss vorher zu manipulieren, so dass ich mit einem gewaltigen Kraftakt und Furchen in den Handinnenseiten den Deckel von der Flasche drehen muss. Sicher beabsichtigt sie, dass ich mich dabei furchtbar an dem Glas verletze. Das sehe ich schon an ihrem Lächeln, wenn ich ihr mit Schwielen an den Fingern die geöffnete Flasche wieder zurückgebe.

Zwischenzeugnis

11. März
Nach seiner Beförderung zum Senior Ameisenbär möchte Kalle jetzt ein Zwischenzeugnis. Ja wie, will er sich etwa bei einem anderen Ameisenbärverleih bewerben?
Leicht verunsichert setze ich das Zeugnis auf:

“Kalle zeichnete sich von Anfang an durch seine beeindruckene Fressgier aus und wurde rasch zu einem unersetzlichen bzw. unersättlichen Experten beim Ameisenbärverleih. Seine Gewissenhaftigkeit beim Verputzen von Ameisen ist vorbildlich. Seine Tischmanieren sind innovativ.

Kalle ist stets nie bereit, auch Aufträge außerhalb der nicht normalen Arbeitszeiten ohne jeden Einwand nicht anzunehmen.

Kalle ist ein zuverlässiger und geselliger Mitarbeiter, dessen angenehmes Wesen bei Kollegen wie Geschäftsleitung gleichermaßen geschätzt wird. Er ist echt ein Supertyp.

Alle ihm übertragenen Ameisenplagen beseitigt Kalle stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Deshalb befördern wir Kalle zum 15. Februar 2012 zum Senior Ameisenbär. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und hoffen, dass Kalle nicht bei einem dieser anderen unpersönlichen, ausbeuterischen, kundendesorientierten Ameisenbärverleihe anheuert.”

Film: Kalle, der Ameisenbär

16. Februar
Sound an, Film ab – Kalle als Filmstar!
Zu sehen auch auf YouTube und Vimeo.

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Beförderung zum Senior Ameisenbär

12. Februar
Nachdem Kalle bei unserem letzten Auftraggeber nicht nur einen ganzen Ameisenstaat mit Bravour verspeist, sondern nebenbei noch die Chipskrümel im Wohnzimmer aufgesaugt, den Kindern Flötespielen beigebracht und der Katze das Rauchen abgewöhnt hat, war klar: Kalles hervorragende Leistungen der letzten Monate erfordern eine Wertschätzung der Firmenleitung. Ich rufe also Kalle an meinen Schreibtisch, drücke ihm nach Vorbild des Lords einen stylischen Business-Text rein und verkünde ihm feierlich seine Beförderung zum Senior Ameisenbär. Als Geschenk gibt’s einen Eiskratzer.

Lose-Lose-Situation

7. Februar
Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit versucht Umme, auf einer Eisplatte auszurutschen. Lieber mit Beinbruch im Krankenhaus liegen als mit Burnout in der Agentur sitzen, sagt sie. Nur funktioniert ihr verwegener Plan so gar nicht wie gewünscht. Jetzt sitzt Umme also doch wieder auf ihrem Bürostuhl, aber diesmal mit einem blauen Fleck in der Größe einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Wie im Flug

17. Januar
Hach, wie die Zeit vergeht. Vor zwei Jahren führte mich der Stamm der Uaaah im Dschungel Kolumbiens zu einer Ameisenbärsiedlung. Der dort wohnende Ameisenbär Kalle entschloss sich kurzerhand, sein ausgehöhltes Termitenbau-Reihenhäuschen zu verlassen und nach Deutschland auszuwandern, um mit mir den weltweit ersten Ameisenbärverleih aufzubauen.

Anfangs bewegte sich Kalle in der Zivilisation noch etwas unsicher. Doch er lernte schnell, was hier am wichtigsten ist: tagsüber möglichst cool tun, abends fernsehen und Chips essen. Sein erfrischendes, natürliches Wesen konnte er sich dennoch erhalten. Jetzt hat er gerade Hamburg im Atlas entdeckt und sucht nun auf allen Karten fieberhaft nach Cheeseburg.

Freitag, der 13.

13. Januar
Schon als ich in der Früh das Haus verlasse, verkriecht sich Kalle mit 15 Tüten Chips und der TV-Fernbedienung unter eine dicke Decke auf dem Sofa. Nur hier könne ihm an diesem Tag kein Unheil zustoßen, beteuert er. Als ich abends wieder nach Hause komme, liegen 14 leere Chipstüten vor dem Sofa. Unter der dicken Decke knurpst es.

Motivation à la Lord

9. Januar
Die vom Lord persönlich angeordneten zwei Wochen Zwangsurlaub nach Weihnachten sind vorbei, die Werbeagentur Lord & Friends startet in das neue Geschäftsjahr. Die Stimmung ist so trübe wie das Wetter, aber die geschundenen Gehirne sind bestens erholt. Mein Slogan für ein Versandhaus – „Gut Ding will Eile haben“ – kommt gut an beim Kunden, so dass der Lord weitere hochbezahlte Aufträge an Land ziehen kann. Als Dank für meine Arbeit klopft er mir überschwänglich auf die Schulter und überreicht mir einen Lord&Friends-Eiskratzer, was von seiner agenturinternen Bedeutung im Verhältnis etwa dem Bundesverdienstkreuz entspräche. Kann ich als Radler natürlich besonders gut gebrauchen, der Lord kennt halt seine Mitarbeiter. Jetzt weiß ich endlich wieder, wofür ich mir all diesen Stress mache.

Schlechtes Timing

13. Dezember
Ummes Laune ist im freien Fall. Dass Lala aus ihrem Urlaub zurück ist, merke ich aber nicht nur an Ummes desaströser Stimmung, sondern an einer Kette von Ereignissen, deren Ende bei mir endet. Einem Schrei des Ekels folgt ein wütender Fluch. Darauf Stimmengewirr der Kollegen. Dann steht plötzlich Lala vor meinem Schreibtisch, mit einer Miene, wie wenn sie gerade nach einem wunderschönen Urlaub ihre Hauspost geöffnet hätte und seit zwei Wochen schimmelnde, ehemalige Trauben herausgezogen hätte. Verdammt, meine nette Geste, das hatte ich völlig vergessen. Auf dem kleinen Post-it, das ich ihr vor zwei Wochen geschrieben hatte und das jetzt vor Traubensabbe trieft, steht: „Das hast du verdient, lass es dir schmecken!“

Unter Naturschutz

11. Dezember
Herrlich, so ein Waldspaziergang! Die frische, erdige Luft, das Rascheln der Blätter, die Warnrufe des Eichelhähers … und die Ameisenhaufen für Kalle. Doch meinem Ameisenbären wird der Ausflug in den Forst gewaltig versaut. Ein Schutzkäfig um den Ameisenhaufen trennt Kalles Magen von den leckeren Gliederfüßern. Wer macht denn so was!

„Naturschutz? Ich bin auch Natur!“ ruft Kalle und rüttelt voller Verzweiflung an dem Gestell. Der Arme. Ich stelle mir die leckerste Pizza der Welt vor und einen Stacheldrahtzaun außen rum. Oder das beste Mousse au Chocolat, das jemals zubereitet wurde, unter Sicherheitsglas im Louvre. Direkt neben der Mona Lisa.

Zu Hause backe ich dem hungrigen Ameisenvertilger zum Trost Adventsplätzchen ganz nach seinem Geschmack: Ameisenmakronen und Termitenkipferl.

Ameisenhaufen unter Schutz - vor Kalle

Ameisenhaufen unter Schutz - vor Kalle

Gut drauf ohne Ll

28. November
Montags hat Umme immer fürchterliche Laune. Am meisten darunter zu leiden haben ihre sanftmütige Tastatur, auf die sie dann einhackt, und meine Schokoladenvorräte, die sie frustgeladen plündert. Würde sie mit meiner Schokolade nicht immer über ihrer Tastatur krümeln, würde wahrscheinlich auch noch die „a“-Taste funktionieren.
Doch heute sitzt Umme pfeifend hinter ihrem Monitor. An einem Montag! Per E-Mail frage ich vorsichtig, warum sie so gute Laune hat. Ihre Antwort: „Ll ht Urlub“.

Eine Geste

25. November
Nachdem Lala mich gestern so um meine leckeren Trauben beneidet hat, stecke ich ihr heute in einem unerklärlichen Anfall von Freundlichkeit einen Schwung der süßen Früchte in die Hauspost. Lala ist allerdings den ganzen Tag auf Termin, so dass ich die Früchte meiner netten Geste erst nächste Woche ernten kann. Umme wirft mir daraufhin Blicke zu, unter denen jede Weinrebe eingehen würde.

Drei im Trio

21. November
Ein Trio bestehe doch aus drei Leuten. Ob dann laut dieser Überschrift das Naziterror-Trio aus den drei V-Leuten des Verfassungsschutzes bestanden habe, fragt Kalle. Neonazi-Trio Quelle: GMX

Kaum erwähnenswerte Wunde

18. November
Die Wunde an meiner Hand, die mir der Reißverschluss meiner eigenen Jacke mit seinen furchtbaren Zähnen zugefügt hat, ist eigentlich nicht der Rede wert. Würde ich nicht im Treppenhaus für eine Wohnungsbesichtigung anstehen, mit nur 80 anderen Leuten. Und würde da nicht diese Kleinfamilie mit Hund hinter mir stehen, auf den mein blutiger Kratzer eine magische Anziehungskraft auszuüben scheint. In jedem unbeobachteten Moment schleckt er mir die Hand ab. Immer wenn ich ihn dann zur Rede stellen will, schaut er weg.

Auf dem Selbstauskunftsbogen für den Vermieter kann ich dafür die Frage „Besitzen Sie einen Hund?“ im Gegensatz zur Kleinfamilie hinter mir getrost mit Nein beantworten. Mein Nichthund Kalle liegt derweil testweise in der Badewanne.

Noteinsatz der Ameisenwehr

23. Oktober
Alarm! Kalle setzt seinen Einsatzhelm auf, schnappt sich eine Axt und flitzt zum Ameisenwehr-Mobil, das in Form von Drahtesel Rosinante plus Fahrrad-Kinderanhänger bereitsteht. Ich werfe mir einen Elmex-Kaugummi ein und gebe Rosinante die Sporen. Es ist 4 Uhr früh und mit Kalles gejohltem „Tatü-Tata“ jagen wir durch die Straßen und über rote Ampeln.

Am Einsatzort angekommen klettern wir am stöhnenden Regenrohr hoch in den ersten Stock. Angstschreie. Kalle schlägt mit der Axt kurzerhand die Scheibe ein. Drinnen krabbeln vier junge Männer panisch über den Teppich und versuchen, sich auf die Couch zu retten. „Ameisen, überall Ameisen!“ schreit einer. Die einzigen Kriechtiere, die wir erblicken, sind diese halluzinierenden Typen. Auf dem Ikea-Tischchen in der Mitte liegen kleine Tütchen mit bewusstseinserweiternden Mitteln und große Tütchen, die mal voller Chips waren.

„Juhu, ein Ameisenbär!“ ruft einer und alle vier kommen angekrabbelt, um Kalle bananenbreit anzugrinsen. Der spielt mit und tut so, als würde er die Heerscharen von Ameisen im Zimmer aufschlürfen. Als wir nach getaner Arbeit gehen, sinken die Strahlemänner erleichtert wieder in die Sofas und schauen weiter „Cheech & Chong“.

Südseeträume

5. Oktober
Wenn ich in der Agenturküche mittags Gemüse schnipple und all den Stress vergessen möchte, schwelge ich in Erinnerungen an diese paradiesische Südseeinsel, auf der ich mehrere Monate mit den Einheimischen lebte. Radish Island heißt sie.

Radish Island

Radish Island

Kalle auf der Wiesn

2. Oktober
Die Securitys auf dem Oktoberfest sind nicht gerade für ihre Ameisenbärfreundlichkeit bekannt. Wieder stehen Kalle und ich vor einem wabernden Festzelt und dürfen nicht hinein, trotz Lederhose. Schon verdunkelt sich Kalles Gesicht zu einem schwarzen Loch der Traurigkeit. Da stehen plötzlich zwei Schwestern in Dirndln neben uns und lächeln Kalle engelsgleich an. Die eine versteckt den Ameisenbären schnell unter ihrer Dirndlschürze, die andere verdeckt den Securitys geschickt die Sicht, so dass wir die Bierarena ungehindert betreten können.

Geschafft! Überfroh entert Kalle einen Biertisch und verbrüdert sich prompt mit den Banknachbarn. Dann singt und tanzt er ausgelassen mit den beiden Schwestern, als ob es keinen Schankschluss gäbe. Neugierig luge ich auf das Handy-Display eines Banknachbarn, der eine SMS schreibt: „Seids scho da? Beeilt euch, hier steppt der Ameisenbär!“

Problembär Breno

28. September
Dass sich der tapsige, bärenförmige junge Verteidiger Breno vom FC Bayern München mit einigen eklatanten Abwehrfehlern nie so richtig in Kalles Fußballherz spielen konnte, ist noch nachvollziehbar. Aber die Freude des Ameisenbären im rotweißen Fanschal, dass Breno, der Problembär auf Grund des Brands in seiner Villa in Untersuchungshaft sitzt und somit keine Gefahr für die Abwehr des FC Bayern darstellt, geht doch wirklich zu weit.

Über die Wahrheit

8. September
Stocksauer wendet Lala mir den Rücken zu und verschwindet aus meinem Blickfeld. Ich erkenne: Wenn die nackte Wahrheit fröstelt, sollte man sie mit dem Gewand der Höflichkeit kleiden.

Die Quasselstripperin

2. September
Lala blubbert mich in einer Tour voll. Sie kann mich doch unmöglich für einen guten Gesprächspartner halten, ich komme ja überhaupt nicht dazu, etwas zu sagen. Und sie erzählt und erzählt. Von dem blauen Wellensittich, den sie als Kind bei einem Umzug zurücklassen musste, von ihren großen und kleinen Wehwehchen und von unerfüllter Liebe. Ohne Tabus oder Scham entblößt sie ihr Privatleben vor mir. Ich würde Lala als eine Quasselstripperin bezeichnen. Umme dagegen glaubt mehr an verbalen Durchfall, der durch Einsamkeitsbakterien ausgelöst wird. Heimlich rührt sie deshalb das Durchfallmittel Imodium akut in Lalas Kaffee.

Schleckermaul

25. August
Manchmal lehnt Kalle einen Auftrag ab, wenn schwarze Ameisen vertilgt werden müssen. Die roten schmecken viel würziger, findet er. Ihm fehlt da einfach der Geschäftssinn. Ich sage zum Lord in der Werbeagentur ja auch nicht: „Samal, Lord, ich mag nicht mehr für Nusspli texten, Nutella schmeckt mir viel besser.“ Dann sagt der nämlich: „Und mir gefällt dein Konto bei der Sparda Bank nicht mehr. Ab jetzt überweise ich dein Gehalt nur noch auf die Deutsche Bank.“

Fressstörung

18. August
Auf dem Campingplatz am See lernt mein Ameisenbär einen Windhund kennen. Der Druck der Hundegesellschaft, dünn zu sein, ist für diese Rasse immens. Dementsprechend abgemagert sieht Kalles Urlaubsbekanntschaft aus – ein Hund mit Bulimie. Entsetzt berichtet Kalle, dass der Windhund sich nach den Mahlzeiten heimlich davonschleicht und Chappi hinter den Wohnwagen speit.

You ain't nothing but a hound dog

1. August
Meine Drahtstute Rosinante legt die Ohren an, als sie im Trab eine Graufläche hinter sich lässt und in einer sanften Kurve in eine Grünfläche vorstößt. Fröhlich trällere ich Lieder aus meiner Kindheit („It’s now or never“ von Elvis und „Ich bin der Bi-Ba-Butzelmann“ vom Bi-Ba-Butzelmann). Am Wegesrand steht ein großer Hund, ein Golden Retriever. Er rüttelt sich und schüttelt sich, schaut mich an und grinst heimtückisch. Und als ich genau auf seiner Höhe bin, fängt er an, wie wild in der Wiese zu buddeln und mich mit Gras und Erde zu bewerfen. So ein Rüpel, was für eine Unverschämtheit!!

Im Hochsommer

28. Juli
Heim. Nass.

Eyjafjallajökull

20. Juli
Noch immer kann ich vom Ameisenbärverleih allein nicht leben und muss weiter meine Arbeitskraft an den dunklen Lord und die Agentur verkaufen. Zum Glück für mich erleidet Umme ein ähnliches Schicksal und erheitert meinen Arbeitsalltag mit Wutausbrüchen und Flüchen, die sie hinter ihrem Monitor in unregelmäßigen Abständen explosionsartig in die Umgebung ausstößt. Von ihren Grafikkollegen wird sie mittlerweile Eyjafjallajökull genannt. Schade, dass sie damit nicht die Verkehrswege des Lords in der Agentur lahmlegt, sondern nur die bereits miese Stimmung mit verbaler Asche bedeckt.

Fachsprache

16. Juli
Seit ich Kalle in die Geheimnisse des Glücksspiels eingeweiht habe, entwickelt er eine Fachsprache für unser Business. Aufträge für den Ameisenbärverleih werden jetzt klassifiziert nach Ausmaß der Ameisenplage: Full House, Große Straße, Kleine Straße und Bluff (bei Scheinaufträgen). Ein ganzer Ameisenhaufen ist ein Jackpot. Die Farbe der Ameisen bestimmt Kalle wie beim Roulette mit Rouge oder Noir. Aus einem anderen Arbeitsbereich, aber trotzdem als Fachbegriff fest etabliert beim Ameisenbärverleih ist übrigens die Flurbereinigung.

Scheinaufträge

23. Juni
Bei einigen Aufträgen des Ameisenbärverleihs ist Kalle gar nicht gefordert, Ameisenhaufen zu beseitigen oder Ameisenstraßen umzuleiten. Die Auftraggeber wollen einfach nur mal einen Ameisenbären zu Besuch haben. Und sie lieben ihn. Ganze Nachmittage verbringen wir so bei Kunden. Kalle wird gestreichelt, fotografiert, untersucht und gefüttert. Kinder reiten juchzend auf ihm, während er durch die Wohnung läuft, oder schütten Limonade über seinen Kopf. Mit klebriger Limo-Tolle und Spirelli-Nudeln im Ohr sitzt er dann nach getaner Arbeit im Kinderanhänger, wenn mein Rostklepper Rosinante und ich ihn wieder heimfahren.

Futterneid

12. Juni
Kalle ist ein Fuchs. So im Vorbeischlürfen hat er das Freibad von Ameisen befreit und dafür eine Jahreskarte geschenkt bekommen. Dabei hat er sich doch nur den Wanst vollgehauen! Hungrig liege ich neben ihm mit meiner Tageskarte für 3,50 Euro und schaue mich um. Eine Currywurstplage ist leider nirgendwo zu entdecken.

Wenn Bagger baggern (Teenage Dirtbagger)

16. Mai
Wie sich Baustellenfahrzeuge fortpflanzen, war Kalle bisher gänzlich unbekannt. Angesichts dieses eindeutigen Begattungsversuchs eines halbwüchsigen pubertierenden Baggers gegenüber einer nicht abgeneigten gleichaltrigen Transportanhängerin („Willst du mal meine TÜV-Plakette sehen?“) sieht mein Ameisenbär die Vermehrung der mitteleuropäischen Nutzvehikel nun in einem völlig anderen Licht. Auch das Wort „baggern“ erschließt sich ihm jetzt in seiner vollen Bedeutung.

Teenie-Bagger beim Baggern

Teenie-Bagger beim Baggern

Zeitfresser

4. Mai
Im MiMi, dem Mittwochsmeeting, hält der Lord uns einen Vortrag über effizientes Arbeiten. Wir sollen die Zeit besser nutzen, dann müssten wir auch nicht dauernd Überstunden machen, an denen wir ja selbst schuld seien. Und vor allem sollen wir die überall lauernden Zeitfresser beseitigen.

Da Umme und ich nicht wissen, wie wir das am besten anstellen, schlage ich vor, eine Zeitfresserfalle zu bauen. „Ja aber wie?“ ruft Umme. „Wie lockt man die in die Falle, was fressen die denn?“ „Zeit“ sage ich und eile in die Küche, um aus einer Tupperschüssel und einem Zahnstocher eine Falle zu bauen. Umme sieht skeptisch zu, wie ich da einiges an Zeit hineinstecke. „Dann mal sehen, ob uns ein Zeitfresser in die Falle geht“, sagt Umme und geht erst mal rauchen.

Echte Emotionen

29. April
Schwitzend schufte ich an einem mehrseitigen Werbeflyer, während Umme und Lala Kates Hochzeitskleid auf dem Live-Stream mit Ohhhhs und Ahhhhs kommentieren. Als Kate dann zu allem Übel auch noch “Ja” sagt, weinen die beiden zusammen wie alte Freundinnen. Wütend und vornehme Flüche ausstoßend schiebe ich mir ein trockenes Stück Kuchen rein, das seinen Bestimmungsort aber verfehlt, so dass ich fürchterlich husten muss, bis mir die Tränen die Wangen herunterschießen. Geistesgegenwärtig nutze ich die Gelegenheit und schließe Umme und Lala schluchzend in die Arme.

Der Lakritze-Transporter

13. April
Überglücklich berichtet mir Ameisenbär Kalle von einem riesigen Lakritze-Transporter in der Straße. Schon sucht er Axt und Säge, um sich für die nächsten 30 Jahre mit dem schwarzen Stoff einzudecken (quasi die Lakritze-Sofortrente). Warum muss immer ich ihm mit der hässlichen Wahrheit die kindliche Freude nehmen?

Lakritze-Transporter

Lakritze-Transporter

Wochenend-Biologie

26. März
Und überhaupt, Staub! Kalles Meinung nach ist Staub ein Lebewesen ähnlich wie Algen. Nämlich weil Staub sich vermehrt und bewegt, wie er in einer mehrtägigen Forschung auf unserem Flur festgestellt hat. “Na hör mal, dann wäre Geld ja auch lebendig!” entgegne ich. Darauf lächelt Kalle mich mitleidig an wie ein Biologielehrer die Nixchecker in der letzten Reihe: “Ihr Menschen müsst noch viel lernen …”

Staub (Pulvis Kehrwochensis)

Staub (Pulvis Kehrwochensis)

Kein Superheld in Sicht

18. März
In der Kaffeeküche tauschen sich Lala und der Lord über die furchtbare Situation in Japan aus. Lala beendet das Gespräch mit einem Seufzen: “Wo ist Supi-Man, wenn man ihn wirklich braucht …” Lautlos schreiend fliehe ich zurück an den Schreibtisch und verbuddele mich in meiner Arbeit.

Klischees auf dem Kopf

17. März
Kalle versteht die Mentalität der mitteleuropäischen Ameisen nicht. “Warum verkriechen die sich im Winter einfach in ihren Bau und dösen faul herum?” fragt er, der unter zwei Decken auf dem Sofa liegt und den ganzen Abend in die Glotze glotzt. “Die Ameisen in Lateinamerika”, beschwert er sich, “sind ja auch das ganze Jahr über fleißig. Da können doch die Ameisen hier nur wegen ein bisschen Schnee nicht monatelang Siesta halten!” Seltsam, in der Insektenwelt scheinen die gängigen Klischees genau entgegengesetzt verteilt zu sein.

St. Patrick's Day

13. März
Während Kalle grünen Luftballons nachrennt, beobachte ich das fröhliche grüne Treiben auf dem Platz. Irische Musiker singen und dudeln den Besuchern zum irischen Nationalfeiertag Klänge aus dem Auenland vor. Die Menge freut sich und konsumiert Bratwürste und Guinness. Da steht plötzlich Lala vor mir mit einem grünen Elfenhut und strahlt mich an. Nach mehreren Schrecksekunden rutscht mir aus Versehen ein gequältes Lächeln zwischen den Lippen durch, das sie prompt zum Anlass nimmt, mir den Rest des Festes nicht mehr von der Seite zu weichen und mich dabei ohne Punkt und Komma vollzublubbern. Was jetzt? Den Bratwurststand leerfuttern, bis ich grün werde? Mir Senf in die Ohren schmieren? Alle grünen Luftballons einsammeln und publikumswirksam davonschweben? Nichts dergleichen. Nach einer Stunde Ohrenbluten entkomme ich mit der Entschuldigung, dass ich zu meiner Minigolf-Trainingsstunde muss.

Auf der Anklagebank

2. März
Ihr Name war Siegfried. Als ich vor 10 Jahren im Penny-Markt zwei Pflanzen für den Spottpreis von jeweils 2,99 D-Mark (!) kaufte, war ich der Überzeugung, mein Geld gut anzulegen. Schließlich waren sie durch eine harte Schule gegangen. Eine Pflanze, die Lagerleben und Transporthölle einer Supermarktkette durchgestanden hat, in einen viel zu engen Topf gepresst, auf Paletten verfrachtet wurde und dann neben den 1,5-Liter-Zitronentee-Tetrapaks im fahlen Licht des Discounters auf einen Käufer wartete, musste extrem widerstandsfähig sein. Nur die Härtesten kamen durch, dachte ich mir. Klar, die freundlichen grünen Wesen waren sicherlich schwer traumatisiert, die seelische Belastung muss enorm gewesen sein. Aber wer so viel durchgemacht hat, würde es bei einem Gründaumenlosen wie mir bestimmt auch einmal drei Wochen ohne Wasser aushalten.

Also kaufte ich zwei dieser Photosynthesizer – den einen taufte ich Siegfried, den anderen Roy. Sie waren mir treue Gefährten. Und wenn ich mal wieder vergaß sie zu gießen oder Sonne und Luft ins Zimmer strömen zu lassen, machte es ihnen nichts aus. Kein Jammern, kein Schreien. Andere Pflanzen verendeten unter meiner Herrschaft. Nur die gestählten Penny-Pflanzen ertrugen alles.

Doch dann kamen diese penetranten Fliegen, diese Stalker-Fliegen, und belästigten Siegfried tagelang. Als es mir schließlich zu bunt wurde, stellte ich die Pflanze raus in die Kälte, auf dass die Fliegen das Weite oder eine beheizte Behausung in der Nachbarschaft suchten. Über Nacht kam der Schnee und legte seine weißen, eiskalten Arme um Siegfried. Der ließ zum ersten Mal in seinem Leben die Blätter hängen… Als ich die leblose Pflanze barg, vom Schnee befreite und an die Heizung stellte, war es schon zu spät.

Jetzt sitze ich auf dem Küchenstuhl und erwarte mein Urteil. Die böse Miene des in eine schwarze Richterkutte gehüllten Ameisenbären lässt nicht auf Milde hoffen.

Zeit fürs Wochenende

18. Februar
Der Lord hat in der Firmenküche noch Tomaten von seinem Mittagessen am Dienstag übrig und bietet sie uns großzügig an, bevor sie am Wochenende verfaulen. Aus klimaschutzpolitischen Gründen lehne ich ab und sage: “Je mehr keine Tomatenzeit ist, von desto weiter her muss das Zeug transportiert werden.” Oje, so eloquent wie eine Bratkartoffel. Der Lord schaut mich eine Weile schweigend an, berechnet leise, was ich ihn im Jahr als Texter koste, und schreitet dann davon, den Kopf noch lange schüttelnd. Mal schauen, ob ich am Montag noch Texten darf oder zum Sicherheits- oder Putzpersonal versetzt werde. Zeit fürs Wochenende…

Kalle im Netz

13. Februar
Kalle hat Google Maps entdeckt. Er freut sich tierisch und lässt mich gar nicht mehr an den Computer. Stattdessen versucht er mich zu überreden, Richtung Berlin zu fahren, und zwar in diesen kleinen Ort (Link zu Google Maps), wo seiner Meinung nach eine Menge Ameisenbären leben müssen.

Ich lehne energisch ab: Wenn wir uns da um eine Straße verfahren, haben wir ein echtes Problem. Oder uns geht der Sprit in einer Nebenstraße aus!!

Anteater Kalle plant außerdem eine Schlemmerreise nach Ant-werpen. Dort soll es Ameisen umhüllt mit belgischer Schokolade geben. Das wäre tatsächlich ein schöner Ausflug, aber dann will er noch in die Ant-arktis zu den deliziösen Polarameisen. Wenn die weiß sind, findet er die doch nie im Schnee!

Nichts ist umsonst

29. Januar
Als ich Kalle am wohlverdienten Wochenende in unserer gemütlichen Stube erkläre, dass es da draußen nichts umsonst gibt, kann ich gar nicht so schnell schauen, wie er „Geil, Nichts!!“ rufend mit Rucksack, Einkaufskorb und Tüten hinausrennt, um möglichst viel davon zu ergattern. Eine halbe Stunde später kommt er zur Tür herein, die Taschen voll mit Nichts. In seinem Pokerface kann ich nicht ablesen, ob er mit der Ausbeute zufrieden ist oder sich ärgert, dass er völlig umsonst hinausgestürzt ist.